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Fotokunst

02.01. – Kialaoa Beach

02.01. – Kialaoa Beach

Nachdem wir uns nun schon wieder fast ans Sesshaftsein gewöhnt haben, packen wir heute morgen nach dem Frühstück unsere sieben Sachen und düsen wieder los. Nach Pauls Einwand, in den Snowy Mountains gäbe es jetzt nicht viel zu sehen – kein Schnee mehr, aber auch noch keine Frühlingsblumen und überhaupt wäre das ein Hammerritt, der sich nicht so recht lohnen würde – haben wir gestern Abend noch die Entscheidung getroffen, der Küste doch weiter gen Süden zu folgen, und nicht durchs Inland nach Melbourne zu fahren.

So fahren wir also erst mal zur Jervis Bay, einer großen fast kreisrunden Bucht, in der herrliche Badebedingungen herrschen. Ist aber nichts für Surfer, weil es kaum nennenswerte Wellen gibt. Da Nora aber gerade eingeschlafen ist und es auch noch früh am Vormittag ist, belassen wir es bei einem Blick auf die Bucht und reiten weiter. Der auf der Karte gezeigte Weg nach Jervis Bay City entpuppt sich als so nicht machbar, denn er würde durch ein Aborigines-Reservat führen. Also wieder umdrehen. Langsam wird selbst mir die Sache mulmig, denn die Tankanzeige blinkt schon eine ganze Weile. F***! Vorsichtshalber fahren wir die paar Kilometer bis zur letzen gesichteten Tanke zurück, wer weiss wie es in der anderen Richtung aussieht? Da die aber auch wieder so ein flaches Vordach hat, müssen wir etwas rangieren, um an die Dieselsäule zu kommen (die glücklicherweise außerhalb steht…).

In Ulladulla – geiler Name, oder? – frischen wir unsere Vorräte auf. Mann, hier ist ganz schön was los! Man merkt, dass hier Ferienzeit ist. Vorsichtshalber rufen wir von hier aus auch ein paar Campingplätze an, um rauszufinden, ob sie einen Platz für uns haben. Besser ist das, denn der, den wir uns eigentlich rausgesucht hatten, ist bis Ende Januar ausgebucht. Auch bei einigen anderen bekommen wir nur freundliche Absagen. Mhm, wäre die Inlandsroute doch besser gewesen? Aber nach dem 6 Versuch gibt‘s doch noch grünes Licht. Dort gibt es noch Platz, wenn auch nur „unpowered“ – also ohne Strom und Wasser am Platz. Egal, wir haben ja alles an Board. Nach einer halben Stunde rollen wir auf den Platz. Wobei, stimmt nicht so ganz: Erst einmal reihen wir uns in die Schlange der Wartenden ein (was ist denn hier bitte los?) und müssen dann durch die Hintertür rollen, denn das Eingangstor ist mit 3,05m für uns doch etwas knapp bemessen…

Der Platz ist toll, wenn auch riesig! Unter lichten hohen Bäumen wird auf der Wiese gecampt. Selbst die obligatorischen Dauercamperhütten sind hier nicht so in Reih und Glied angeordnet, dadurch wirkt das herrlich unkompliziert. Wie sich herausstellt, ist das einer der wenigen Plätze, auf denen Haustiere erlaubt sind, daher hat hier fast jeder einen Hund dabei. Wir stellen unser Wohnmobil auf und stillen erst einmal unseren Hunger, bevor wir an den Strand gehen. Zum Glück ist es heute etwas bedeckt, denn gestern war es doch etwas zuviel mit der Sonne. Der Sand ist fast schneeweiß und wieder so fein, dass er unter den Füßen quietscht. Schnell die Decke ausgebreitet und los geht wieder das bekannte Spiel: Wir bauen Sandburgen und Nora reisst sie ein…

Abends kochen wir uns mal was anderes: Chilli con Carne mit Lammhack. Seit langen mal kein Grill, aber auch verdammt lecker. Findet auch Nora, für die wir allerdings vor dem Würzen was abgenommen haben. Abwechselnd mampft sie einen Löffel davon und hält Volksreden in ihrem Hochstuhl. Jeder, der an unserem Wohnmobil vorbeiläuft wird mit einem dicken Smile und Winkeärmchen begrüßt. Echt goldig!

Ruck-Zuck, schon wieder ein Tag um. Aber wir haben ja noch ein paar vor uns… 😉