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Fotokunst

04.- 05.01. – Walaga Lake

04.- 05.01. – Walaga Lake

Nach dem Frühstück geht‘s weiter auf unserer Route gen Süden. Es geht vorbei an traumhaften Gegenden, wobei uns nicht immer klar ist, ob das nun ein Fluß, ein Meersarm  oder sowas wie ein Bodden ist. Ist ja auch egal, denn es sieht super aus. Das wir auf der Karte schon gesehen hatten, das dort richtig verschachtelte Gewässer liegen, biegen wir spontan gen Turros Head ab – sind ja nur 6 KIlometer. Kurz vor dem Ziel halten wir an einem Lookout an. Wow, das sieht echt toll aus – von einem erhöhten Standpunkt schauen wir über einen Golfplatz auf einen See und im Hintergrund eine tolle Meeresbucht, in der man die Brandung erkennen kann. Das sieht echt aus wie auf einer Eisenbahnplatte. Cool! Der Ort selbst hält leider nicht so recht mit diesen Eindrücken stand und lohnt nicht mal eine kurze Pause. Also düsen wir weiter.

In Narooma dagegen halten wir an und gönnen uns als Lunch Fish & Chips und Austern. Aber nicht irgendwelchen Fisch, sondern speziell Flathead – schließlich muß ich doch mal kosten, was ich da an der Angel hatte! Schmeckt saulecker. Nora munden die Chips auch hervorragend, so dass für die allgegenwärtigen Möwen auch nichts übrig bleibt. Eigentlich wären wir gern hier geblieben, aber die Preise, die die Campsites in der Hochsaison aufrufen, sind uns dann doch zu happig (75 – 88 AU$ für einen unpowered site!) und so wählen wir einen größeren Radius. Nach dem xten Versuch hat Nat Glück und macht einen Platz für 35 AU$ klar. Krasse Unterschiede, oder?

Auf dem kurzen Weg dahin bemerken wir plötzlich einen merkwürdigen Geruch  nach verbranntem Plastik und in der vorletzten Kurve kommt mir die Lenkung schwerer vor. Irgendwas stimmt doch hier gar nicht…?! Als wir auf den Campsite rollen kommt auch Rauch aus der Motorhaube, wie uns Greg, der Servicemanager vom Platz, beim Einwinken bestätigt. Gemeinsam fahnden wir nach der Ursache, die schnell lokalisiert ist: der Antrieb von entweder der Lichtmaschine oder der Klimaanlage ist fest, so dass der Keilriemen durchrutscht und dort vor sich hinschmirgelt. Offenbar ist die Karre auch etwas heiss geworden, denn man sieht einige Rückstände verdampfter Kühlflüssigkeit. Schon merkwürdig, da keine einzige Warnlampe in Cockpit geleuchtet hat. Tja, damit kommen wir also nicht mehr weit. Also rufe ich die Road Assistance-Hotline an und schildere die Sache. Sie wollen einen Service-Techniker vorbei schicken, der sich das mal im Detail ansehen soll, aber da heute Sonntag ist, passiert da nichts mehr… auch die versprochenen Rückrufe bleiben aus, so dass ich mehrfach anrufen und nachfragen muss. Das ist also die Kehrseite vom Aussi-Style mit „No worries“…

Zwischenzeitlich sind wir von unseren Nachbaren – eine etwas wild anmutende Mischung aus Althippies und Säufern – sehr freundlich aufgenommen worden, die sich rührend um uns kümmern. Ruck-Zuck sind wir auf dem Campingplatz auch bekannt als die mit dem „Happy Baby“… ;-). Greg leiht mir eine Angelrute und zusammen mit Shaun, dem Sohn der Nachbarn, versuche ich mein Glück vom Jetty und wir fangen ein paar Flatheads (meiner hat satte 47 cm!). Die sehen schon echt komisch aus, schmecken aber saugut. So hat der Tag ja doch noch was gebracht.

Morgens ruft die Road-Assistance zurück und erkundigt sich, ob das „Issue with the car still there is…“ äh, klar, das verwächst sich ja nicht über Nacht… Netter Joke! Nach 2 Stunden kommt dann der Service-Techniker, der einen müden Blick unter die Motorhaube wirft und meine Diagnose bestätigt. Das kann hier nicht repariert werden und die Karre muss abgeschleppt werden. Aha. Also telefonieren wir erneut mit dem Call Center, die das Ganze inklusive Austauschfahrzeug arrangieren wollen. Dann schauen wir mal. Zwischendurch fahre ich mit den Nachbarn in den nahegelegenen Ort zum Einkaufen, denn unsere Brot- und Biervorräte neigen sich dem Ende zu, und wir sind ja nicht mobil. Ausserdem hole ich mir eine 3-Tages-Angelkarte – sicher ist sicher. Der versprochene Rückruf bleibt aus, also versuche ich mehrfach etwas in Erfahrung zu bringen, werde aber immer wieder vertröstet. Also rufe ich jetzt mal in der Britz-Branch in Sydney an, denn von da soll der Austauschwagen kommen. Mhm, der Typ am Telefon weiss von nichts, wird sich aber erkundigen und melden. Ratet mal, was jetzt passiert …. richtig, gar nichts. Also rufe ich am späten Nachmittag noch mal beim Call Center an und werde dann verblüffenderweise nach Melbourne durchgestellt… Was ist das denn jetzt? Offenbar haben die in Sydney kein Ersatzfahrzeug vorrätig, daher wurde der Fall nach Melbourne abgegeben. Der Niederlassungsleiter verspricht mir, sich um die Sache zu kümmern und sich zu melden. Ich sage ihm, dass ich das jetzt schon ein bisschen zu oft gehört habe. Aber nach einer knappen Stunde ruft er tatsächlich an, um uns mitzuteilen, dass der Fahrer vor 20 Minuten das Depot verlassen hat, aber nicht vor morgen Mittag eintreffen wird (es sind ja gut 800 km). Na immerhin! Also sprechen wir mit der Platzrezeption, dass wir auf jeden Fall noch über Nacht bleiben werden. „Ach, gar kein Problem! Ihr könnt ja nichts dafür und daher gern ohne Berechnung bleiben so lang Ihr wollt.“ ist die Antwort. Na das ist ja nett, oder? Auch für die Feuerschale und das Feuerholz wollen sie kein Geld von uns. Sie sind froh uns hier zu haben, denn der ganze Platz würde sich über uns mit dem „Happy Baby“ freuen. So herzlich wird man nur auf so einem familiären Platz aufgenommen. Ganz entspannt machen wir uns abends ein Feuerchen und grillen unser Steak. Mal schauen, was der morgige Tag bringt. Später gesellen wir uns noch auf ein, zwei Bierchen zu unseren Nachbarn und ich verabrede mich mit Marc und Shaun zum Angeln, die mich um 6 Uhr morgens mit ihrem Boot mit rausnehmen wollen. Toll! Hier kann man es aushalten… 😉