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Fotokunst

08.01. – On the Road again

08.01. – On the Road again

Heute starten wir weiter auf unserer Reise nach Süden. Unser Ziel ist Lakes Entrance – wo, wie der Name schon suggeriert, die großen Seen, bzw. Bodden, losgehen. Dort ist die Gegend bestimmt auch toll.

Also düsen wir wieder durch den Regenwald zurück auf den Princess Highway und biegen nach Süden ab. Der Highway windet sich ebenfalls ganz schön durch ausgedehnte Wälder und rauf und runter über Berge. Ansonsten gibt es hier nicht viel zu sehen. Alle 60km mal ein verschlafener Ort und `ne Tankstelle. Nach einer Weile wechselt die Szenerie von Wald in Farmland. Rinder grasen hier auf beiden Seiten der Piste soweit das Auge blicken kann…

Aber halt, ein Erlebnis hab ich ja ganz vergessen: Mitten im Wald zieht unsere Karre plötzlich nicht mehr und die Motorwarnlampe blinkt. Das kann doch wohl nicht wahr sein?! Also links ran – Motor aus und 4x die Zündung an und aus, das soll die Elektronik resetten, hatte mir doch gestern der Typ, der den Ersatzwagen gebracht hat, beiläufig erzählt. Und? Ja, es funktioniert tatsächlich! Mit einem mulmigen Gefühl setzen wir die Reise fort. Das kommt uns irgendwie vor wie ein schlechter Witz. Wahrscheinlich hat der Typ das Problem auf dem Herweg auch gehabt… Mist, hoffentlich geht das gut. Nochmal wollen wir nicht irgendwo hängen bleiben. Vor allem nicht hier mitten in der Pampa…

In Lakes Entrance füllen wir unsere Vorräte in einem Supermarkt auf. Währenddessen entlädt sich draussen ein Gewitter, das sich im wahrsten Sinne des Wortes gewaschen hat. In der Nähe schlagen die Blitze ein, so dass zweimal im Markt die Lichter ausgehen. Wow! Ach, und wir haben oben im Alkoven die Dachluke angeklappt. Na toll! Aber wir warten dennoch im Markt bis das gröbste vorbei ist und besorgen noch Bier. Interessanterweise ist ein 4x6er Träger Bitburger im Angebot und so wesentlich günstiger als das einheimische Bier. Dann müssen wir uns halt schon mal wieder an heimische Geschmäcke gewöhnen 😉 Na klar, die Bettdecke ist klitschnass, aber zum Glück schlafen wir ja hinten.

Wir fahren noch ein Stück weiter nach Paynesville, haben aber Pech – kein Campsite für uns frei. Da das Gewitter jetzt auch hier aufzieht, hätten wir eh nichts vom Seeblick. Also entscheiden wir uns nach einem Blick auf unsere Camps-App für‘s weiterdüsen. In 60km Entfernung sind mehrere Free-Camps und einer an einem Golfplatz ausgewiesen. Den peilen wir an. Er ist ein bisschen schwer zu finden und nach dem Wenden passiert mir doch tatsächlich der Anfängerfehler: Ich fahre auf einer eh schon schmalen Piste auf der falschen Seite! Ein entgegenkommendes Auto macht mich mit Armwinken aus den Fenstern und Lichthupe drauf aufmerksam. Die Jungs haben sich entweder über den Vollidioten tot gelacht, oder den Schreck ihres Lebens bekommen – oder auch beides zusammen… 😉

Der Platz ist total ruhig. Neben uns parkt ein großes Winnebago-Mobil, dessen Fahrer gleich zu uns kommt und uns erklärt wo die Klos und Duschen sind. Wenn noch jemand im Clubhaus ist, dann sollten wir uns anmelden, wenn nicht dann nicht. No worries halt. Langsam ziehen auch hier dunkle Wolken auf und es fängt an zu schütten. Also machen wir es uns in unserem Van gemütlich und brutzeln den gefangenen Fisch und ein paar Steaks – Surf and Turf. Lecker! Draussen taucht die untergehende Sonne die Wolken in glutrotes Licht und drinnen ist‘s gemütlich. So geht ein weiterer aufregender Tag zu Ende.