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Fotokunst

12.01. – Goldfields, Ballarat

12.01. – Goldfields, Ballarat

Wow, der Tag beginnt heute morgen genauso geräuschvoll, wie der gestrige geendet hat: Hunderte, wenn nicht gar tausende Kakadus schwingen sich im Morgengrauen von ihren Schlafplätzen in den Bäumen am Murray-Ufer und auf dem Campingplatz und schwirren wir verrückt durch die Gegend. Erst nach und nach bilden sich mehrere Schwärme, die in großen Trauben durch die Gegend zirkeln. Was für ein Schauspiel! Und vor allem was für ein Krach! An Schlaf ist jetzt nicht mehr zu denken. Macht aber nichts, wir wollen heute eh aufbrechen…

Unser Ziel sind die Goldfields, die hinter Bendigo in der „guten alten Zeit“ einen wahren Rausch ausgelöst haben. Es gibt sogar eine Art lebendes Freilichtmuseum, wo das damalige Leben zum Greifen nah dargestellt wird. Das wollen wir sehen.

Oh, das Navi sagt 240km, dabei waren es doch neulich nur noch knapp 80km bis Bendigo? Also kurz dahinter scheint relativ zu sein. Macht nichts, wir düsen los. Wieder legt das Tom Tom einen unverständlichen Zick-Zack-Kurs an, aber es führt uns ans Ziel und das ist ja die Hauptsache. Eines kann man aber mir Bestimmtheit sagen: Die ausgewählten Pisten sind nicht gerade überlaufen… An einer Stelle steht sogar eine Warnung, das Fahrzeuge über 3,40m Breite umkehren müssen. Zum Glück ist das „nur“ unsere Höhe, aber nicht die Breite – und so kommen wir problemlos über die Stahlbrücke mit ihren Holzplanken.

Die Fahrt zieht sich ganz schön, aber zum Glück sind wir bald da. Die letzten Kilometer ist Nora auch ganz schön am jaulen. Lange kann man das nicht aushalten…

Am Campingplatz angekommen, stärken wir uns erst einmal mit Frankfurter Würstchen, die Nora auch sehr gut munden und machen uns dann auf zum Souvereign Hill, dem besagten Freilichtmuseum aus der Goldgräberzeit. Ist nur ein kurzer Fußmarsch und dann tauchen  wir ein in die gute alte Zeit. Krass, die haben hier wirklich einen alten Ort von damals lebendig werden, bzw. sein lassen – Pubs, Postamt, Theater, Schmiede, Tischler, alles da und in Betrieb. Alles kann man anfassen und „echt“ erleben. Als die Postkutsche vorfährt, kommen sogar die alten Damen aus dem Hotel und schauen nach dem Rechten. Total verrückt! Da auch die Minen zu besichtigen sind, entscheiden wir uns sogar für eine Tour und fahren hinab. Den Kinderwagen müssen wir zwar oben lassen und Nora tragen, es ist aber ein tolles Erlebnis. Die Stollen sind echt von damals und lassen mit den Erklärungen vom Guide ein bisschen erahnen, wie es damals so war. Wobei, 6 Tag die Woche 12 Stunden Schichten da unten …. mhm, eigentlich ziemlich gruselige Vorstellung.

Zurück zu Tage stolpern wir quasi über den Bach, in dem man als Tourist sein Glück beim Goldwaschen herausfordern kann. Das schon ziemliche viele ihre Schüsseln kreisen lassen, schauen wir erst nur zu, aber dann packt mich dennoch der Eifer und ich will es auch versuchen. Also eine ordentliche Schaufel vom Bachgrund in die Schüssel befördert und immer schön kreisen lassen. Gar nicht so einfach! Die Steine und der Sand in der Schüssel werden irgendwie gar nicht weniger. Zum Glück ist aber ein „echter“ Goldwäscher in der Nähe, der mir zeigt, wie das zu funzt. Und siehe da – beim zweiten Versuch schimmert etwas kleines goldig in der Schüssel. Sollte das wirklich das ersehnte Edelmetall sein? Ja, es ist wirklich Gold! Geil, ich habe Gold gefunden. Wenn auch in homöopathischen Dosen, aber immerhin! Super, das war ein tolles Erlebnis.

Sehr zu Freude unseres kleinen Opossums machen wir heute Abend Nudeln mit Tomatensoße. Neben Pommes wohl ihr derzeitiges Leibgereicht. Sie schlürft die Nudeln förmlich in sich hinein.Natürlich bleibt dabei kein Auge trocken – weder ihres, noch eines in der Umwelt… Zum Piepen, wir lachen uns schlapp dabei.