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Fotokunst

14.01. – Die Zwölf Apostel

14.01. – Die Zwölf Apostel

Über Nacht hat es geregnet und geregnet, aber heute morgen nieselt es nur noch. Na immerhin! Auch temperaturmässig fühlt es sich eher an wie im Sommer in den schottischen Highlands, aber die Warnschilder am Strassenrand erinnern uns daran, dass wir doch wohl in Australien sind, denn von Beuteltieren in Schottland haben wir noch nichts gehört…

Natürlich muckt die Sch…Karre wieder rum und wir müssen immer mal wieder anhalten und die Elektronik über die Zündung zurücksetzen. Heute allerdings gibt‘s auch mal was neues – das ASR fällt aus. Natürlich wird dabei auch die Motorleistung reduziert.  Logischerweise passiert das mal wieder auf einer engen Bergaufstrecke mit vielen Kurven. Zum Glück lässt sich das auch mit dem Zündungstrick „beheben“. Die Karre muss wirklich mal gründlich durchgecheckt werden!

Wir gönnen uns die 12 Kilometer Umweg zur Spitze der Otway-Halbinsel und düsen in Richtung Leuchtturm, laut Schild „Australias most significant Lighthouse“. Da es immer noch so bewölkt, und damit die Sicht auch eher bescheiden ist, verzichten wir auf den Spaziergang und vor allem den Eintritt und fahren zurück. Der Ausflug hat sich dennoch mehr als gelohnt, denn wir sehen unsere ersten und vor allem unglaublich viele wilde Koalas!

Nach ein paar Stunden – man kann sich gar nicht vorstellen, wie lang sich auf der Straße hier 100 Kilometer hinziehen – kommen wir endlich zu den 12 Aposteln. Wow, das ist beeindruckend! Auch wenn man schon viele Bilder gesehen hat, ist der tatsächliche Eindruck dennoch überwältigend. Ich hätte nicht gedacht, das die Steilwand so hoch ist, und damit auch die einzeln stehenden Sandsteintürme im Wasser. Krass, was die Wellen offenbar für eine Kraft haben, um das so heraus zu modellieren. Leider ist das hier auch ziemlich überlaufen und die offenbar allgegenwärtigen Chinesen sind auch schon da. Die Krönung ist so eine alte China-Tante, die mich ohne Rücksicht auf Verluste per Bodycheck zur Seite schieben will um sich den besten Fotoplatz zu sichern. Es hätte nicht viel gefehlt, dann hätte sie mal Basejumping testen können, aber ohne Fallschirm… 😉 …aber Nat kann mich gerade noch von einem unüberlegten Racheakt zurückhalten.

Es hat zwischenzeitlich zwar aufgehört zu regnen, aber es immer noch sehr stürmisch und vor allem bewölkt. Schade! Das müssen wir uns unbedingt noch mal bei tollem Wetter ansehen. Leider ist für die kommenden Tage keine Wetterbesserung gemeldet, daher machen wir uns langsam auf den Rückweg gen Melbourne machen. Eigentlich wollten wir noch eine Nacht hier an der Great Ocean Road nächtigen, aber das macht bei gefühlten 12 Grad, Regen und Nebel und völlig überzogenen Camping-Preisen einfach keinen rechten Sinn. Als Ausgleich zum gestrigen Rip-off fahren wir wieder ein Stückchen Richtung Inland und suchen uns heute ein Free-Camp an einem See und schlagen unser Nachtlager auf. Es bläst immer noch wie irre, aber das macht uns hier drinnen ja nichts.