MJB

Fotokunst

25.12. – Bouddi NP

25.12. – Bouddi NP

Heute morgen entscheiden wir – so verlockend auch die Angebote hinsichtlich gemeinsamen Segelturn oder Lunch sein mögen – doch noch die Segel zu streichen und los zu düsen. Es gibt einfach zu viele Dinge noch zu erkunden, als das wir drei Tage am Stück an einer Stelle verbringen wollen… Das wird sich noch rächen, wie wir im Laufe des Tages erfahren werden – aber hübsch der Reihe nach…

Zunächst nehmen wir wieder die Tourist Route und fahren gen Tea Gardens. Dort ist ein schöner Strand, direkt gegenüber von Port Stephens – eine ruhige Bucht mit spiegelglatter See. Irgendwie erinnert uns das an die Adria, bzw. sogar ganz präzise an den Golf von Saint Tropez, wo wir gerade erst im Herbst waren. Hier ist zwar am Jimmy‘s Beach (nicht Bar, für unsere Frankfurter Leser…;-) auch ein Campingplatz, aber wir wollen ja noch ein bisschen Strecke machen. Also weiter geht‘s. An einer BP-Tanke hauen wir den Tank noch mal voll, das Angebot von 1,42 AU$ erscheint uns günstig (die Tage vorher lag der Kurs immer gut über 1,50 AU$…). Weiter geht‘s gen Lake Macquire – dem angeblich größten Salzwasser-See der südlichen Hemisphäre. Nunja, wir sehen nicht soviel davon, denn wir halten mal kurz am Zufluß an (wo es schon extrem strömt, offenbar ist gerade Gezeitenwechsel), aber der Campground sagt uns nicht zu. Weiter geht‘s nach xxx Bay, der Campgrund sah in der Camps-App sehr vielversprechend aus. Tolles Marketing! Denn erstens war vom naheliegenden Kraftwerk nichts zu sehen oder lesen und schon gar nicht davon, das der halbe Campingplatz aktuell (?) eine krasse Baustelle ist. Also, Fehlanzeige! Was nun? Fahren wir bis Sydney weiter? Aber was dann?! Na gut, wir versuchen unser Glück noch an 2 anderen Campsites, nur um festzustellen, dass am Christmas-Day (die Aussies feiern am 25.) die Rezeption nicht besetzt ist. Na super! Jetzt gibt es nur noch 2 Möglichkeiten: Entweder im Bouddi Nationalpark, oder am Pacific Highway auf einem Rastplatz – letzteres ist wirklich die allerletzte Alternative. Also rollen wir auf den Campingplatz im Bouddi NP, um festzustellen, dass das nur ein ZELT-Platz ist und Campervans nicht erwünscht sind. Na toll! Aber das ist uns jetzt auch egal, wir rollen bis zum Ende des Parkplatzes durch, lösen einen Tages-Parkschein und stellen uns (verbotenerweise) einfach da hin….zumal Nora seit einer halben Stunde auf dem Rücksitz infernalisch schreit und das eine Weiterfahrt nicht ohne Nervenzusammenbruch möglich ist. Am Ende Campen wir ja nicht, sondern rasten nur… 😉 Am Weihnachtstag werden die schon nicht so streng sein…

Nach kurzer Zeit taucht ein Einheimischer auf, der seine Angeln vom Pickup entlädt. Aha, da ist ja interessant. Ich quatsche kurz mit ihm und frage, ob der Platz hier „safe“ sei. Klar, „no worries“. Sehr gut! Nach einer halben Stunde laufen wir auch zum Strand, um zu schauen, ob und was er gefangen hat. Mittlerweile sind die Wolken dunkler geworden und am Horizont grummelt es bedrohlich. Egal, denn die Wolken ziehen ja raus auf‘s Meer. Ich habe Nora im Manducca auf dem Rücken und bin für einen kurzen Augenblick unaufmerksam – und schon ist es auf den glatten Steinen passiert! Wir drehen eine Sonne, die sich gewaschen hat. Ich kann gerade eben noch die Ellenbogen ausfahren, um den Sturz zumindest ein wenig abzufedern! Wow, das hätte böse für die Kleine ausgehen können. Aber so kommt sie mit dem Schrecken und einer kleinen Beule auf der Stirn und ich mit blauen Flecken und einem geprellten grossen Zeh davon. Glück gehabt…!

So wie die Aussis nun mal so sind, bietet er mir sogleich seine zweite Rute an („You fish? Wanna take my rod, mate?“) – geil, oder? Los geht‘s. Am Haken ist Tintenfisch, den ich weit in die Bucht befördere. Leider dreht der Wind ziemlich schnell und nach einer knappen Viertelstunde fängt es an zu schiffen wie Hulla. Schade, nach ein paar Minuten bis auf die Knochen durchweicht packen wir zusammen und laufen zurück zum Parkplatz. Ich hätte zu gern erfahren, was es hier so zu angeln gibt…

Aufgrund des Regens knicken wir unsere Grillambitionen und schwenken auf Nudeln um. Nora freut‘s, denn so kann sie auch wieder Nudeln schlürfen. Ist einfach zu goldig! 😉

Damit beschließen wir den Tag und hoffen, das es morgen weniger regnet. Wobei, einwas gutes hat das auch – bei dem Sch…Wetter kommt hier sicherlich heute kein Ranger vorbei… 😉