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Fotokunst

26.12. – Sydney

26.12. – Sydney

Boah, es hat die ganze Nacht geschüttet wie aus Kannen! Zwischendurch hat es regelrecht getrommelt auf dem Dach unserer mobilen Höhle. Aber irgendwie auch gemütlich. Mit dem Morgengrauen hört es auf, aber ich werde auch (schon) wach – na prima. Also schnapp ich mir die Kamera und laufe, bzw. besser gesagt humple – mal runter zum Beach. Ein paar ganz verwegene sind schon oder noch (das wäre bei dem Wetter ja Mega-Krass) beim Angeln. Außerdem sind wir doch nicht die einzigen, die hier verbotenerweise campen. Ein Pärchen mit Smart (!) hat ein Zelt aufgestellt. Die sind bestimmt durchgeweicht…

Wir machen uns ein paar Sandwiches und gehen zum Frühstücken zum Strand, der sich langsam aber sicher füllt. Offenbar gehört der Strandgang hier zum Tages- oder zumindest Weihnachtsritual. Toll, oder? Im Gegensatz zu den meisten vorher besuchten Stränden ist der hier etwas grobkörniger und vor allem orangener. Liegt wohl an den roten Felsen, die die Bucht umgeben. Auf jeden Fall kann man mit dem Sand hier noch viel besser Sandburgen bauen, die Nora mit Inbrunst einreisst. Dabei lacht sie sich schlapp wie Bolle. Zwischendurch kühlen wir uns immer mal im Wasser ab, das hier im Vergleich zu den vorherigen Tage doch erstaunlich kühl ist. Nach 2 Stunden gehen wir zurück zum Camper und satteln die Hühner. Wow, der Parkplatz ist komplett voll. Um rauszukommen, muss ich etwas rangieren. Und los geht‘s in Richtung Sydney…

Leider hat unser favorisierter Campingplatz in dem kleinen Nationalpark in der Stadt keinen Platz mehr (zum Glück haben wir vorher angerufen), aber etwas weiter südlich in Rockdale haben sie wohl noch einen Platz, nehmen aber keine Reservierungen an – also nichts wie hin! Mann, oh Mann – auf der Fahrt gen Süden sehen wir, warum uns alle vor dem Verkehr am „Boxing Day“ (so nennen die hier den 2. Weihnachtstag) gewarnt haben. Nach Norden ist auf 3 Spuren nebeneinander eigentlich durchgängig Stau oder zumindest zähfliessender Verkehr. Zum Glück fahren wir in die andere Richtung! In Sydney werden wird durch mehrere Tunnels unter der City durchgeleitet. Die Spuren sind ganz schön eng, so das das Fahren recht anstrengend ist. Aber es geht alles gut. Zwischendurch erhaschen wir sogar mal einen kurzen Blick auf Oper und Harbor Bridge. Cool!

Am Campsite angekommen, rentiert sich mal wieder, mit Nora auf dem Arm aufzukreuzen. Sie ist ein echter „Eisbrecher“ (die Tante war nämlich erst ein bisschen grummelig, aber taute dank Nora dann merklich auf). Wir kriegen auch extra einen Platz etwas abseits vom Trubel, zwischen mehreren Dauerplätzen und da scheint auch keiner „zu Haus“ zu sein…

Nachmittags laufen wir zur Bahn, um in die Stadt zu fahren. Mit meinem angeknacksten großen Zeh ist das aber ganz schön anstrengend – das kann ja noch heiter werden! In knapp 20 Minuten fährt die Bahn direkt in die City. Mit einmal umsteigen kommen wir direkt bis zum Circular Quay, wo die Fähren ablegen und von wo es normalerweise nur ein Katzensprung bis zur Oper ist. Also Zähne zusammenbeissen und vorgehumpelt. Mann, hier ist ja was los! Mit dem Kinderwagen ist das fast ein bisschen wie eine Mischung aus Hürdenlauf und Slalom! Hafen, Brücke und Oper sind schon beeindruckend, wenngleich ich auch zugeben muss, dass ich mir das Opernhaus doch etwas anders vorgestellt habe. Wahrscheinlich weil die meisten Werbeaufnahmen von einem höheren Standpunkt und bei anderen (besseren) Lichtverhältnissen gemacht sind. Heute ist es leider ziemlich bedeckt und windig. Nur hin und wieder reisst es mal kurz auf, so dass die Segel, äh das Dach der Oper, angestrahlt werden. Das Dach sieht übrigens – anders als meist auf den Bildern dargestellt – eher eierschalenfarbig, als weiss aus. Den Versuch, durch den Botanischen Garten auf die andere Seite der Bucht zu gelangen, um eine bessere Perspektive für Oper mit Harbor Bridge im Hintergrund zu bekommen, brechen wir nach ein paar hundert Metern ab. Wäre einfach zu weit, und ich will mir nicht den Fuß komplett ruinieren. Morgen ist schließlich noch ein Tag. Dafür schlackern wir nochmal ein kurzes Stück in Richtung „The Rocks“, wo wir das älteste Haus in Australien bewundern, bevor wir uns ziemlich erledigt wieder in die Bahn setzen und nach Rockdale zurückfahren. War ein langer und anstrengender Tag, den wir noch mit einem Lamm-Barbie und `ner Dose Bier beenden. Wir freuen uns auf morgen.